Eigenbluttherapie — PRP und PRF im Vergleich
Autologe Bluttherapien gehören zu den vielversprechendsten Entwicklungen der regenerativen Medizin. Die Begriffe PRP (Platelet-Rich Plasma) und PRF (Platelet-Rich Fibrin) tauchen häufig auf — oft synonym verwendet, obwohl sie grundsätzlich unterschiedliche Präparate mit unterschiedlichen klinischen Anwendungen beschreiben.
PRP — Plättchenreiches Plasma
PRP wird durch Zentrifugation von venösem Blut gewonnen, um Thrombozyten und Wachstumsfaktoren in einer flüssigen Plasmafraktion zu konzentrieren. Das resultierende Präparat liefert einen konzentrierten Impuls regenerativer Signalmoleküle. Die Freisetzung erfolgt rasch — typischerweise innerhalb von Stunden bis Tagen — was PRP besonders geeignet macht für akute Gewebestimulation, injizierbare Verjüngung und Haarrestaurationsprotokolle.
PRF — Plättchenreiches Fibrin
PRF verwendet ein langsameres Zentrifugationsprotokoll ohne Antikoagulanzien und erzeugt eine Fibrinmatrix, die Thrombozyten, Leukozyten und Wachstumsfaktoren in einem dreidimensionalen Gerüst einschließt. Diese Matrix setzt Wachstumsfaktoren schrittweise über sieben bis vierzehn Tage frei und bietet so eine nachhaltige regenerative Signalgebung. PRF ist besonders wertvoll bei der Wundheilung, postprozeduralen Erholung und in Situationen, die verlängerte Gewebeunterstützung erfordern.
Wann kommt welches Verfahren zum Einsatz?
Die Wahl zwischen PRP und PRF ist keine Frage der Präferenz, sondern der klinischen Indikation. PRP ist dort überlegen, wo eine schnelle, konzentrierte Wachstumsfaktor-Abgabe benötigt wird. PRF ist indiziert, wo eine langsame, graduelle Freisetzung eine bessere Gewebeintegration ermöglicht. In vielen Fällen können beide innerhalb eines einzigen Behandlungsprotokolls für komplementäre Wirkung kombiniert werden.
Entscheidend ist nicht, welches Präparat abstrakt „besser“ ist, sondern welches für das spezifische Gewebe, die spezifische Patient:in und das spezifische Behandlungsziel geeignet ist.
Fazit
PRP und PRF sind keine konkurrierenden Trends — sondern zwei unterschiedliche regenerative Werkzeuge. Regeneration beginnt mit einer gründlichen Analyse, nicht mit einem Standardprotokoll.
Autorin: Dr. med. Désirée Grawunder — Approbierte Ärztin, Deutschland

